2012 veröffentlichte die University of Michigan die erste Langzeitstudie zu Facebook-Nutzung und Selbstwert. 82 Teilnehmer wurden fünfmal täglich befragt. Das Ergebnis: Jede 30-minütige Facebook-Session senkte die Selbstwert-Scores im Durchschnitt um 5,4 Punkte auf einer 100-Punkte-Skala.
Instagram brachte 2013 eine neue Dimension. Eine britische Studie mit 1.479 Teenagern fand heraus: 62% der Mädchen, die Instagram mehr als zwei Stunden täglich nutzten, zeigten signifikant niedrigere Selbstwert-Werte als Non-User. Bei Jungen lag der Unterschied bei 38%.
Die Like-Ökonomie
Forscher in den Niederlanden installierten 2016 Tracking-Software bei 200 Freiwilligen. Die Daten waren brutal eindeutig: Nach einem Post mit weniger als erwarteten Likes sank der Selbstwert innerhalb von 15 Minuten messbar. Die Erholung dauerte durchschnittlich 4,7 Stunden.
Besonders problematisch: Die Kontrollgruppe, die Social Media für drei Monate komplett mied, zeigte keine automatische Verbesserung. Nur 34% berichteten höhere Selbstwert-Scores. Das deutete darauf hin, dass Social Media vorhandene Probleme verschärft, aber nicht allein verursacht.
Die 2010er dokumentierten einen Paradigmenwechsel: Selbstwert wurde messbar von digitalen Interaktionen beeinflusst. Die Forschung konzentriert sich seitdem auf Nutzungsmuster statt pauschale Verteufelung von Technologie.